2.1 Grundmerkmale

Singen ist die Grundlage jeder Musikausbildung!
Die wirth method– eine allgemeine Musikausbildung anhand von Gesang – Chorgesang.

Die wirth methodist eine ständige, aktive Kombination und Interaktion der Entwicklung der persönlichen Stimme, des kontinuierlichen Augenmerks auf den individuellen und kollektiven Klang mit Notenlehre, Musiktheorie und Gehörbildung.

Diese Methode integriert alle Bereiche der sogenannten „Elementarmusik Erziehung“.

Alle Lernkonzepte, auch alle theoretischen Informationen rund um das Singen, wie Noten und Notenwerte, Tonhöhen, Phrasierungen, Dynamik, Ausdruck und Interpretation können und müssen körperlich erfahrbar gemacht werden.

Die wirth method verfolgt in allen Details der Musikpädagogik einen musikalischen, emotionalen und ausdrucksvollen Ansatz in Methodik und Didaktik. Musik spürt man.

Diese körperliche Verbindung zur Klangentwicklung und allen Aspekten der Musiktheorie ist eine der Grundsäulen dieser Methode.

Die wirth methodversucht in einer möglichst idealen Form einen intellektuellen Ansatz mit einem intuitiven Praktikum zu verbinden.

Aktive, multidimensionale Beteiligung der Kinder am Lernprozess ist entscheidend, weil nur dann ein interaktiver Dialog mit der Umwelt einsetzen kann, der für die Optimierung von Entwicklungsprozessen unabdingbar ist.

Jedes Kind bringt seine individuelle Persönlichkeit in die Chorstunden ein.

In der wirth methodwerden die Lehrenden trainiert, jedes Kind in seiner vollen Persönlichkeit in die Gruppe einzubinden und Lerninhalte auf unterschiedliche Weise anzubieten, um die verschiedenen Lerntypen ansprechen zu können.

Dadurch werden die Qualitäten des individuellen Talent-basierenden Unterrichtes mit den Vorteilen des Gruppenunterrichtes verbunden.

Die speziell ausgearbeiteten Unterrichtsmaterialen für Unterrichtende sowie für SchülerInnen und StudentInnen ermöglichen die tatsächliche Umsetzung der Philosophie, Methodik und Ideen der wirth method.

Die TutorInnen erstellen anhand dieser Unterlagen eine Stunden-/Unterrichtsplanung – aber die Details (selbst auch spontane Änderungen der Ziele der Planung) entscheiden sich während des Unterrichts durch das ständige aktive Zuhören/Beobachten mit entsprechender Reaktion durch die Lehrperson.

Kinder werden zu Lehrenden

Kinder bestimmen teilweise den Unterrichtsverlauf bzw. beeinflussen ihn sehr stark.

Die wirth methodwird durch lernpsychologische und entwicklungspsychologische Forschung sowie Erkenntnisse der Gehirnforschung kontinuierlich weiterentwickelt!

Dadurch schafft die wirth methodeine konsequente Umsetzung der neuesten Erkenntnisse der Lernpsychologie und pädagogischen Erfahrungen.
Kleine Lernschritte, gezielte Wiederholungen, intellektueller Ansatz verbunden mit einem intuitiven Praktikum, klar definierte Ziele und dementsprechende Erfolgserlebnisse, illustrierte Notenleseübungen und Musiktheorie garantieren, dass die Kinder und Jugendlichen weder überfordert noch unterfordert werden und ohne Stress lernen können.

Die wirth method schafft den Brückenschlag zwischen spaßorientiertem Gruppenerlebnis und künstlerisch hochwertiger Talentförderung.

Jedes Kind und jeder Jugendliche soll sich seines Instrumentes „Stimme“ in Freude und Leichtigkeit bewusst werden können. Damit wird ihnen ein erfolgreicher Zugang zum Singen und stressfreie, praktische Ausbildung zum aktiven Musizieren ermöglicht.

 

Pädagogisch – psychologische Aspekte der wirth method(11 Elemente)

(Beobachtet und zusammengefasst von einer Expertengruppe von Musikpädagogen, Psychologen und Gehirnforschern unter der Leitung von Prof Dr. Erich Vanecek)

1.     Aufmerksamkeit – die wirth methodfokussiert auf eine durchgehend sehr hohen Aufmerksamkeit während des Unterrichtes.
2.    Verbesserung des Langzeitgedächtnisses durch kurze Wiederholungen (nicht viele Durchläufe des ganzen Stückes proben) systemisch multiple, variationsreiche Lösungsansätze
Aufmerksamkeitsübungen, die helfen dieses Ziel zu erreichen
3.    Ständig abwechslungsreichster Unterricht
4.    Verwendung von wenigen Hauptelementen für den Unterricht
5.    Multisensorische Unterrichts Strategie (visuell, auditiv, motorisch)
6.    Spatialer – auf Bewegung basierender Unterricht
7.    Klare Unterrichtsplanung aber gleichzeitig spontanes, auf die Kinder bezogenes Gestalten der Lerneinheiten
8.    „Zufälliges“ anstatt rein geplantes, nur am Lernplan festhaltendes Lernen
9.    Wenig verbales feedback– Verbesserung durch Ermöglichung positiver Erfahrung   (Spielerischer Ansatz, lernen durch Tun: Kinder sind bis zur Pubertät in erster Linie „Assoziative Lerner“.
10.  Defokussieren – bezieht sich auch auf Punkt 9 und 11
Die Kinder werden nicht mit Rückmeldungen überfrachtet, sondern behalten den Fokus auf dem was gut ist, was gut funktioniert.
11.  Lösungsorientiertes, positives Lernbeispiel – Erfolg-induziertes Unterrichten (implizierte Belohnung – Lernen basierend auf implizierter, selbstmotivierter Belohnung)

 

Die wirth methodbehandelt folgende musikalische Kompetenzen:

  • Gefühl für Metrum
  • Rhythmische Kompetenz (Metrum einhalten, Nachklatschen, rhythmische  Änderungen erkennen, usw.)
  • Erkennen von Tonhöhenunterschieden (Töne nachsingen und erkennen von einfachen Intervallen, …)
  • Kreativität: Rhythmische, melodische, physische Phrasen frei ergänzen, erfinden….
  • Notenlesen (richtige Tondauer, Tonhöhe erkennen)
  • Prima Vista Singen (Tondauer, Tonhöhe spontan vom Notenblatt sängerisch umsetzen; Musikstücke „vom Blatt Lesen“)
  • Musikalische Kompetenz (Phrasierung, harmonisches Gefühl, …)
  • Intervalle, Anfänge des harmonischen Verständnisses, …
  • Entwicklung der individuellen Stimme (Körperhaltung, Vokalformation, Gesichtsausdruck, Klangreichtum, z.B. Obertonreichtum, Legato, … Ausbildung des Sängerformanten, …)
  • Mehrstimmiges Singen (Stimme halten, zweistimmig denken z.B.: eine Stimme singen – dazu einen anderen Rhythmus klopfen…)
  • Weitere musiktheoretische Aspekte: (Tonleitern, Dreiklänge – hören/schreiben/singen, musikalische Form
  • Theoretisches Wissen (Komponisten, Instrumente, …)
  • Weitergehende Kreativität: Lieder schreiben, Improvisieren, einfaches arrangieren

 

Die zentralen Aspekte des Unterrichts in der wirth method

  • Aktive, multidimensionale Beteiligung am Lernprozess durch die körperliche Umsetzung der Übungen und den daraus resultierenden Erfahrungen.
  • Zuordnung und Reihung von Übungen zu assoziativen und kognitiven Lernziele
  • Zuordnung von Übungen zur speziellen Förderung Einzelner unter Einbeziehung der Gruppe, ohne der Gruppe den zu Fördernden kenntlich zu machen
  • Systemisch, alternative Übungen zu definierten Zielen um auch spontan interagieren zu können
  • Unerfüllte Ziele durch systemisch alternative Übung kompensieren
  • Aktive, multidimensionale Beteiligung am Lernprozess durch die zugeordneten illustrierten Arbeitsblätter (Information, Übungen von Konzepten, aber auch Förderung der Kreativität des einzelnen Schülers)
  • Verwendung unterschiedlicher Medien um möglichst viele Sinne zur                                                        Aufmerksamkeitssteigerung zu beteiligen
  • Detailliert vorgeschlagener Ablaufplan für einzelne Unterrichtseinheiten Auswahl des Repertoires nach musikpädagogischen und künstlerischen Zielen
  • Auswahl des Repertoires nach musikpädagogischen und künstlerischen Zielen

Schulung des Gehörs, Notenlehre mit Prima Vista Singen und Musiktheorie werden in kurzer Zeit auf spielerische Weise erarbeitet.

Entwicklung der Stimme und allgemeine Musikalität werden als Teil der Methode im Vokalensemble kindgerecht integriert.

 

Grundlagen

Die Methode zielt darauf ab, den Chorunterricht, ähnlich wie beim Erlernen der Erstsprache mit einem Angebot zum assoziativen Lernen zu gestalten.

Nur durch müheloses Erlernen nach den Bedürfnissen eines Kindes prägen sich Inhalte stark und irreversibel ein, sodass Vorteile durch diese Art des Musikunterrichtes ein Leben lang erhalten bleiben.

Grundlagen der Musik zu erlernen ist dann mühelos, wenn die Interaktion unter Einbeziehung verschiedenster Sinneseindrücke und einer hohen Aufmerksamkeit erfolgt.

Neuronale Verarbeitungsroutinen werden ausgebildet, die später nicht mehr gelöscht – vergessen – werden, und auf denen sich weitere Lernprozesse aufbauen lassen.

Das heißt, Verbindungen zwischen Neuronen, die oft zusammen aktiv sind, werden bestätigt und bleiben erhalten. Es ist dies eine der Grundlagen assoziativen Lernens und dient auch dem Training von Musikalität, Gehör und Rhythmus.

Diese Form der Wissensvermittlung mit assoziativen Lernstrategien zum Erlernen der musikalischen Kenntnisse sind in einem Zeitfenster in der Entwicklung der Kinder am erfolgreichsten. Dieses steht je nach individueller Begabung, vom Kleinkindalter bis zum Ende der Pubertät offen.

Ein frühestmöglicher Beginn mit dem assoziativen Musikunterricht – zum Beispiel nach der wirth method – ist also zu begrüßen.

Danach erfolgt Lernen eher regelbasierend und unter Kontrolle des Bewusstseins und wird, wie mit dem Erlernen einer Zweitsprache, zu einem stets kontrollierten, absichtlichen „Tun“ der Musik führen. Unbewusst ablaufende Automatismen bilden sich nur unvollkommen, ein Zustand „des Fließens“ ist meist nur bedingt möglich.

 

Die Aufmerksamkeit
Nur jene Sinnessignale können bewusst werden, die mit Aufmerksamkeit belegt werden. Nur jene Speicherinhalte können ins Bewusstsein gehoben werden, die während des Speichervorgangs mit Aufmerksamkeit belegt und bewusst erfahren wurden.

Durch das gleichzeitige Beschäftigen möglichst vieler Sinne mit dem gerade zu verarbeitenden Lerninhalt, wird die Aufmerksamkeit gebündelt.

Mehrere Abrufmöglichkeiten werden dadurch etabliert.

Durch die Verknüpfung mehrerer komplexer Sinneseindrücke wird die Fähigkeit zu anderen kognitiven Fähigkeiten trainiert.

Einer der Hauptfaktoren für den Erfolg der wirth methodist die Abstimmung von Aufnahmesequenzen und Verarbeitungsphasen.

Die Zuweisung von Aufmerksamkeit unterliegt einem distributiv organisierten Wettbewerb im Gehirn, der durch die vordefinierten assoziativen Strategien beeinflusst wird. Das bedeutet, dass die Aufmerksamkeit leichter dorthin fließt, wo bereits assoziative Verknüpfungen bestehen.

Je besser, also spielerisch assoziativ, vorgebaut wurde, desto mehr kann in kurzer Zeit aufgenommen und aktiv angewandt werden.

Auf dieser Basis wird Wissen und Können dauerhaft etabliert und über eine Vielzahl von Zugängen angeboten.

Dabei wird dem Kind aber immer unmittelbar nach einer kognitiven Phase eine Phase assoziativen Lernens angeboten. Die Länge und Intensität sind aufeinander und auf die individuelle Persönlichkeitsentwicklung der Kinder abgestimmt.

 

2.2 Entstehung und Entwicklung