4.3.1 Überlegungen aus der praktischen Erfahrung

Kinder dürfen nicht sich selbst überlassen sein! (vgl. Lenken eines Fahrzeuges)

Durch einen variationsreichen Unterricht erzielen die TutorInnen längere Phasen der Aufmerksamkeit.

Jede Gruppe und Situation ist anders – je ausgeglichener wir sind, desto einfacher ist die Arbeit im Hinblick auf Disziplin.

Voraussetzungen für eine gute Probendisziplin:

  • Gute Werkkenntnis der ChorleiterIn
  • Gut eingerichtetes Notenmaterial
  • Gute Sicht zur ChorleiterIn und von der ChorleiterIn zu allen SängerInnen
  • Kurze, präzise, verständliche Anweisungen
  • Stille vor den Ansagen und vor dem Einsatz
  • Motivierende Ansagen (positive Verstärkung)
  • Motivation durch Begeisterung der TutorIn/ChorleiterIn

Bei mangelnder Aufmerksamkeit der Kinder bewusst die Körper-Position öfter ändern!

(absichtliches kurzfristiges „herumlungern-lassen“ hat oft eine sehr positive Wirkung)

(Aber nur in Verbindung mit klaren Anweisungen und davor beziehungsweise danach guter körperlicher Singposition)

Andere Kinder nicht lange warten lassen.

Manchmal ignorieren wir bewusst disziplinäre Probleme, gehen im Unterricht weiter und kümmern uns dann um das Problem, indem vielleicht ein störendes Kind die nächste Phrase vorsingt, klatscht, was auch immer dieses Kind im Stande ist zu machen!

Positives Erfolgserlebnis ist in so einem Falle meist viel zielführender als ein Kind zu schwierige Aufgaben zu geben „um ihm zu zeigen, dass es doch nicht alles kann“

Es werden immer wieder Tonübungen ohne Noten dazwischen gemacht.

(Noten an der Hand, welche die Notenzeile wiederspiegelt, angezeigt – damit kann man auch ein visuelles/akustisches Reaktionsspiel machen)

Einzelaspekte des Chorunterrichtes müssen selbstverständlich immer wieder intensiv behandelt werden, es ist aber dabei wichtig, dass wir nicht zu lange bei einem Aspekt verharrenund dadurch die Aufmerksamkeit der Kinder verlieren.

Wenn man die Arbeit an einem bestimmten Aspekt sehr variationsreichgestaltet, halten die Kinder auch längere Phasen durch.

Statt „Ruhe“ zu sagen oder gar zu schreien, plötzlich eine völlig andere Aktivität beginnenund kurz danach die Ruhe auch durchsetzen.

Manchmal ist es durchaus sinnvoll eine rein körperliche Aktivität oder aktive rhythmische Übung zu machen, die eigentlich nicht direkt in Verbindung zu dem aktuellen Lerninhalt steht, um die Aufmerksamkeit aller Kinder wieder zu erlangen.

Plötzliches Stoppen und problematisches Kind auffordern eine Frage zu beantworten oder Stelle vormachen lassen, die es schaffen kann (loben – und damit verbunden sofort auch Konzentration einfordern)

Absolut kein Sarkasmus – ganz besonders nicht bei disziplinär problematischen Kindern.

Achtgeben auf richtige Formulierungen: „Ich muss am Klavier sitzen – ihr dürft endlich aufstehen!“

Die meisten disziplinären Probleme entstehen bei Wartezeiten und Inaktivität der Kinder beziehungsweise Unterforderung der fortgeschrittenen Kinder.

(siehe pädagogische Aspekte)

 

4.3.2 Aktivitäten und Tricks zur Förderung der Aufmerksamkeit