4.2.1 Allgemein Pädagogische Grundlinien

Grundliebe zu allen Menschen

Positive Motivation anstatt negativer Zurückweisung

Vermeidung von Fehlern durch entsprechende Vorbereitung der TutorIn

  • Vorübungen und Erarbeitung von Schwierigkeiten, die sich in der Probe ergeben, durch Übung von Einzelaspekten. Dabei auf sichtbare und hörbare Problematiken eingehen. Nicht versuchen, diese durch endlose Wiederholungen zu beheben.

Erfolge bieten und gönnen.

Jeden Lernschritt respektvoll kommentieren

Emotionalen Stress vermeiden

Förderung der Kreativität

Gruppendynamik positiv zur Unterstützung der Schwächeren und Akzeptanz des Unbekannten und der Extreme lenken.

Grundsätzliche Gedanken zur wirth method aus der Sicht der Lern- und Entwicklungspsychologie (nach Prof. Dr. Erich Vanecek und Team)

Spielerischer Ansatz, lernen durch Tun:

Kinder sind bis zur Pubertät in erster Linie „assoziative Lerner“: sie lernen am besten, indem sie tun, nicht indem man ihnen einen Vortrag hält. Je mehr Spaß das Tun macht, je mehr positive Emotionen damit in Verbindung gebracht werden, desto besser festigt sich der Lernstoff. Das heißt, musiktheoretische Inhalte und Notenlesen werden nur in Verbindung mit dem Singen gelehrt, nie extra.

Spontanes, auf die Kinder bezogenes Gestalten der Lerneinheiten:

Auch wenn jede Unterrichtseinheit eine einheitliche Struktur hat und Inhalte vorbereitet werden, so muss vonseiten des Chorleiters immer so viel Flexibilität vorhanden sein, um auf die jeweilige Gruppe und deren Bedürfnisse in der Situation, eingehen zu können. Das heißt, wenn z.B. Unruhe in der Gruppe herrscht und die Kinder sich nicht so recht konzentrieren können, werden zwischendurch rhythmische Bewegungsübungen durchgeführt. Jeder Chorleiter muss sich im Laufe der Zeit ein gewisses Repertoire an Übungen und lustigen Spielen aneignen, die zur gegebenen Zeit dann sofort einsetzbar sind.

Positiver Ansatz:

Der Chorleiter achtet immer darauf, die Kinder mit Respekt und positiver Verstärkung zu behandeln. Fehler werden in einer Art korrigiert, die dem Kind die Freude am Singen nicht nimmt, und immer mit Aussicht auf Verbesserung, die auch sofort honoriert wird. Das heißt, immer wenn Kritik notwendig ist, muss auch Lob folgen. Verhaltensauffällige Kinder werden möglichst für positives Verhalten gelobt; wann immer möglich werden ihnen Gelegenheiten geboten, sich positiv zu beweisen (kleine Aufgaben zum Erfüllen geben, kleine Verantwortungen übernehmen, wie einer Gruppe etwas präsentieren, vorsingen, in einer Aufgabe anführen, …)

Verbesserung ist immer möglich:

Die wirth methodgeht davon aus, dass jeder Mensch singen kann. Manche brauchen eben etwas mehr gezieltes Training. Mittels Gehörübungen und Stimmbildung kann jedes Kind zu einem wertvollen Teil eines Chores werden.

Ganzheitlicher Ansatz:

Jedes Kind wird als gesamte Persönlichkeit wahrgenommen. Jedes Kind bringt seine Persönlichkeit in die Chorstunden ein. Der Chorleiter trachtet danach, jedes Kind in seiner vollen Persönlichkeit in die Gruppe einzubinden, und Lerninhalte auf unterschiedliche Weisen anzubieten, um die verschiedenen Lerntypen anzusprechen. So kann besonders effizient gearbeitet werden und die Qualitäten des individuellen Talent-basierenden Unterrichtes mit den Vorteilen des Gruppenunterrichtes verbunden werden. Erfolge stellen sich schneller und konstanter ein. Ganzheitlicher Ansatz bedeutet auch, dass die ChorleiterIn die Kinder nicht nur als SängerInnen wahrnimmt, sondern auch eine emotionale Beziehung aufbaut, die wiederum ein positives Lernklima schafft (zum Beispiel kann mitunter auch während der Proben gescherzt werden – Lachen hilft der Konzentration und Aufnahmefähigkeit).

Weitere wichtige Ansatzpunkte:

Die ChorleiterIn macht eine Stunden-/Unterrichtsplanung – aber die Details (selbst auch spontane Änderungen der Ziele der Planung) entscheiden sich während des Unterrichts durch das ständige aktive Zuhören/Beobachten mit entsprechender Reaktion durch die Lehrperson.

Kinder werden zu Lehrenden

Kinder bestimmen teilweise (zumindest beeinflussen sehr stark) den Unterrichtsverlauf.

4.2.2 Gedanken und Hilfestellungen zum Erfolg der Probe/Unterrichtseinheit